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LA SCINTILLA DEI FIATI

"...auf die Harmonie gesetzt..."

HARMONIE


„Wien, den 20. Juli 1782. Ich habe keine geringe arbeit. Bis Sonntag acht tag muss meine opera auf die harmonie gesetzt seyn – sonst kommt mir einer bevor - und hat anstatt meiner den Profit davon; sie glauben nicht, wie schwer es ist so was auf die harmonie zu setzen – dass es den blasinstrumenten eigen ist und doch dabey nichts von der Wirkung verlorengeht.“

„Eine Opera auf die Harmonie gesetzt“, also „Eine Oper gesetzt für Bläserensemble“ scheint doch zunächst einmal eine eigentümliche Idee zu sein. In diesem Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seinen Vater erfahren wir zwar einerseits, dass es gar nicht so leicht war, Opernmusik für ein Bläserensemble zu instrumentieren, andererseits aber auch, dass man damit im 18. Jahrhundert offenbar gutes Geld verdienen konnte. Kaiser Joseph II hatte soeben beschlossen, dass seine neue Kaiserliche Harmonie- und Tischmusik anstelle der bis dahin üblichen Militärbläsersextette nun aus acht Bläsern des Hofopernorchesters bestehen sollte, was bei vielen Fürstenhäusern Nachahmer fand. Dies führte zu dem praktischen Problem, dass es zwar eine stattliche Menge von Werken für die traditionelle Kombination von 6 Bläsern gab, jedoch so gut wie nichts für 8 Bläser. Als Folge der plötzlich explodierenden Nachfrage nach Musik in dieser Besetzung wurden zahlreiche neue Werke komponiert. Ungleich häufiger jedoch wurden bekannte Werke bearbeitet. Vor allem Opern, die das Publikum kannte und liebte, wurden als Vorlage genommen und in Form von Potpourris arrangiert.

DAS ENSEMBLE


Das Bläserensemble „La Scintilla dei Fiati“ besteht aus Mitgliedern des „Orchestra La Scintilla“ am Opernhaus Zürich. Nachdem sich die beteiligten Musiker bereits lange Zeit vorher auf modernem Instrumentarium mit dem großen Repertoire für Harmoniemusik beschäftigt hatten, wuchs bei Ihnen mehr und mehr der Wunsch, diese Werke auf originalen Instrumenten zu spielen und dadurch komplett neue Aspekte der Musik zu entdecken und zu erleben.
Der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt, Thomas Hengelbrock, Giovanni Antonini und anderen Koryphäen, der bei allen Beteiligten ein sehr vitales Interesse an der historisch informierten Aufführungspraxis weckte, führte gemeinsam mit der Tatsache, dass alle Musiker einen großen Teil ihrer Arbeit und Freizeit sowieso der Kammermusik widmen, zur Gründung dieses einzigartigen Ensembles.
Mit seinem Wirken will La Scintilla dei Fiati das umfangreiche, wunderbare und zum Teil in Vergessenheit geratene Repertoire einer Besetzung zum Klingen bringen, die im ausgehenden 18. Jahrhundert an den europäischen Fürstenhäusern eine große Tradition hatte, und dadurch eine Ahnung des damaligen Zeitgeistes im Kontext und der Wahrnehmung unserer heutigen Welt vermitteln.

MUSIKER


Oboe:

Philipp Mahrenholz

Astrid Knöchlein

Maria Alba Carmona

Klarinette:

Robert Pickup

Heinrich Mätzener

Kontrabass:

Dieter Lange

Horn:

Glen Borling

Andrea Siri

Fagott:

Urs Dengler

Anne
Gerstenberger

Artan Hürsever

KONZERTE


17. OKTOBER 2016, 19:00, OPERNHAUS ZÜRICH

LA SCINTILLA DEI FIATI

Philipp Mahrenholz, Leitung
Juliane Lang, Konstanze
Sebastian Schneider, Belmonte
Aaron Hitz, Bassa Selim
Lotti Happle, Blonde
André Willmund, Pedrillo
Jaap Achterberg, Osmin
Dirk Glodde, Schiffer Klaas und Wache

WOLFGANG AMADEUS MOZART
«Die Entführung aus dem Serail»
eingerichtet als Harmoniemusik von
W. A. Mozart, Libretto-Fassung von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel (2014/15)


GALERIE


AUDIO

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!!! SOEBEN ERSCHIENEN !!!
Die Neueinspielung der Harmoniemusik der "Entführung aus dem Serail"
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„DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL“ - EIN HÖRSPIEL
Eine Koproduktion mit Radio SRF 2 Kultur

Text von Feridun Zaimoglu und
Günter Senkel
Musik von W. A. Mozart in der Bearbeitung für Harmoniemusik

siehe auch unter SFR 2 Kultur

Hören Sie Auszüge des Hörspiels und unsrer Neueinspielung der Donaueschinger Harmoniemusik hier:


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PRESSE

…sie glauben nicht, wie schwer es ist, so was auf die harmonie zu setzen – dass es den Blasinstrumenten eigen ist und doch dabei nichts von der Wirkung verlorengeht.“ Das schrieb Wolfgang seinem Vater Leopold. Und wie gut er seine Arbeit machte, das zeigt die farbig-alerte und durchaus dramatisch-rhetorische Interpretation des Bläserensembles ‘La Scintilla dei Fiati’, das aus Mitgliedern des ‘Orchestra La Scintilla’ am Opernhaus Zürich besteht.
(erschienen bei Solo Musica SM 244).
Pizzicato

... Die Musiker gestalteten die Werke mit Biss und Temperament und erreichten an gewissen Stellen einen ungewöhnlich durchsichtigen Klang  auf den historischen Instrumenten. Harnoncourts Vision einer auf Lebendigkeit abzielenden historischen Aufführungspraxis stellte sich dabei einmal mehr als einleuchtend heraus: Mit klaren Absichten und auf hohem technischem Niveau wirkte diese Musik unmittelbar und gehaltvoll ...
... Das Ensemble spitzte das Duett „Ich gehe, doch rate ich Dir“ dramatisch zu, gab sich mit Spielfreude in Blondes Arie „Welche Wonne, welche Lust“ und zeigte, wie reizvoll dramatische Musik auch ausserhalb des Theaterabends sein kann."
Neue Zürcher Zeitung

"...Der Klang dieses Ensembles, das sich bei Harnoncourt und Co. inspiriert, ist einzigartig, nuancenreich, immer wieder wunderbar weich und lyrisch.
...Das bringt virtuose Herausforderungen mit sich, über deren glanzvolle Bewältigung gestaunt werden darf, ebenso wie über das freudvolle und dynamische Zusammenspiel. Die Soli, vor allem für Oboe und Klarinette, und reizvolle Ablösungen durch alle Stimmen waren ein Genuss."
Die Südostschweiz


REPERTOIRE

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© LA SCINTILLA DEI FIATI